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Educational Cupping 1

10.01.2019
Educational Cupping 1

Gestern führten wir das erste sogenannte „Educational Cupping“ bei uns in der UCC Academy durch. In diesem Jahr möchten wir regelmässig solche Veranstaltungen durchführen. Bei diesen Kaffee Verkostungen möchten wir Ihnen sowohl die Vielfältigkeit als auch den Ursprung des Kaffees näher bringen. Jeder Verkostung geht jeweils eine kurze Präsentation voraus.

 

Durchgeführt werden diese „Educational Cuppings“ von unserem internen UCC Coffee Kaffee Kompetenz Team: Evelyn Rosa, Marco Guélat und André Eiermann. Alle drei sind zertifizierte Arabica Q-Grader (Coffee Quality Institute). Evelyn ist ebenfalls die amtierende Cup Tasters Schweizermeisterin und belegte an den Weltmeisterschaften im vergangenen November den hervorragenden 5. Platz. André wurde 2017 Barista Schweizermeister. Loïc ist für die Qualitätskontrolle im Labor zuständig und ist ein begeisterter Barista und ein begnadeter Röstmeister. Zusammen sind sie unser Kaffee Kompetenz Team und freuen sich auf Ihren Besuch.

 

Beim ersten „Educational Cupping“ stand ein ganz besonderer Kaffee auf dem Programm: Aromosa Pulped Natural von der Kaffeefarm Daterra aus Brasilien. Diese Rarität ist der erste Kaffee vom Kaffee-Blog „European Coffee Trip“.

 

Die Kaffeevarietät heisst „Aramosa“. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Hybriden, d.h. um eine Kreuzung von zwei Kaffeetypen bzw. zwei Kaffeearten. Bei Aramosa wurde „Coffea arabica“ mit „Coffea racemosa„ gekreuzt. Während „Coffea arabica“ bei allen Lesern und Leserinnen bekannt sein dürfte, kennt man „Coffea racemosa“ kaum. Es handelt sich bei „Racemosa“ um eine sehr seltene Kaffeespezies, welche ihren Ursprung im Süden von Afrika hat. „Aramosa“ hat einen deutlich geringeren Koffeingehalt als „Coffea arabica“ oder „Coffea Canephora“ (auch Robusta genannt). Somit schmeckt der Kaffee in der Tasse viel süsser, weniger bitter und hat zudem einen längeren weichen Abgang.

 

Bei der Aufbereitung ist das Team von Daterra ebenfalls neue Wege gegangen. Die Aufbereitungsmethode heisst „Pulpled Raisin“. Dabei wurden ausschliesslich die überreifen Kirschen händisch gepflückt und diese dann im Anschluss gepulpt. Beim „Pulping“ werden die beiden Kaffeebohnen aus der Kaffeekirschen entfernt. Zum Schluss wurden die Bohnen an der Sonne auf Trocknungsbetten ausgelegt und getrocknet.

 

Wir haben den Kaffee zuerst zur Verkostung aufgegossen: Cupping. Danach haben wir den Kaffee als Filterkaffee zubereitet. Unser Rezept lautete: 18g gemahlener Kaffee mit 300ml Wasser bei 92 Grad Celsius während 2:20 Minuten aufgebrüht. Zum Schluss bereiteten wir den Aramosa auch noch als Espresso auf unserer Victoria Arduino Gravitech zu. Unser Brührezept war wie folgt: 19g in, 48g out in 26 Sekunden.

 

Der Kaffee schmeckte wunderbar floral - nach Veilchen und Jasmin. Er war ausgesprochen fruchtig: rote Beeren und eine deutliche Pflaumennote. Der Abgang war sehr lange, wunderbar süss und überhaupt nicht bitter.

 

Neben dem Aramosa Pulped Natural stand noch ein weiterer Kaffee aus Brasilien von Daterra: „Laurina - Semi Carbonic Maceration“. Auch dieser zweite Kaffee stammte aus der sogenannten Masterpiece Kollektion. Die Masterpiece Kollektion macht nur ca. 1% der gesamten Ernte von Daterra aus. Die Kaffees aus der Masterpiece Kollektion haben alle eine Bewertung von mehr als 88 Punkten (auf einer Skala von 0 bis 100). Die Masterpiece Kollektion zeichnet sich durch ihre seltenen Kaffeevarietäten und die experimentellen Aufbereitungsmethoden aus. Beim zweiten Kaffee handelte es sich um den Wettkampf-Kaffee von Emi Fukahori. Mit diesem Kaffee ist Emi in Brasilien Brewers Cup Weltmeisterin geworden. An dieser Stelle nochmals herzliche Gratulation. Und auch noch ein herzliches Dankeschön an die SCA Schweiz für das Geschenk (20g Weltmeisterkaffee! DANKE). „Laurina“ ist ebenfalls eine sehr seltenen Kaffeevarietät und auch „Laurina“ weist einen deutlich tieferen Kaffeingehalt auf als andere Arabica Kaffeevarietäten. UCC Coffee besitzt übrigens eigene Laurina-Kaffeeplantagen in Brasilien und auf der Insel „Réunion“. Auch dieser Kaffee schmeckte selbstverständlich hervorragend. Leider reichten die 20g nur für das Cupping. Schade, wir hätten gerne noch mehr davon probiert.

 

Zum Schluss verkosteten wir noch eine weitere, ausgefallene Rarität: Es handelte sich dabei um einen gewaschenen Kaffee aus Kolumbien. Der Rohkaffee wurde vor dem Rösten in alten Rumfässern gelagert. Somit schmeckte der Kaffee in der Tasse dann auch sehr stark nach Rum und Vanille. Schon beim Öffnen der Verpackung fiel uns das Rumaroma auf. Für alle Rumliebhaber dürfte dies ein toller Kaffee sein. Da die gesamte Verkostung bereits drei Stunden dauerte, werden wir erst am Montag diesen Kaffee im Cappuccino verkosten. Wir sind gespannt.

 

Falls wir hiermit Ihr Interesse wecken konnten, dann laden wir Sie gerne zu unserem zweiten „Educational Cupping“ ein. Dieses findet bereits am 9. Januar von 17:00 bis 19:00 in unserer UCC Coffee Academy in Zollikofen statt. Wir werden das Kaffeeanbauland Taiwan vorstellen und dabei einen Kaffee aus Taiwan verkosten. Selbstverständlich haben wir auch einen weiteren Leckerbissen auf dem Programm: einen Kaffee vom renommierten Spezialitätenproduzenten NinetyPlus: Competition Lot 52 (Papaya, Pfirsich und Rum).

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