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André Eiermann im Interview

24.06.2019
André Eiermann im Interview

Heute interviewen wir André Eiermann zur YOUTH ACADEMY. Er ist Marketing Direktor bei UCC Coffee in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Zudem ist er Barista Trainer und zertifizierter Q-Grader.

 

Lieber André, du bist nun schon länger bei der UCC COFFEE dabei und hast sehr viele Dinge gemacht. Vor vier Jahren hast du die UCC Coffee Academy gegründet und ein Jahr später, hast du die UCC Specialty Coffee Line ins Leben gerufen und ebenfalls den Nitro Cold lanciert. Im 2017 hast du sogar, die Barista Schweizermeisterschaften gewonnen und im gleichen Jahr die Schweiz an den Weltmeisterschaften in Koreal repräsentiert. In diesem Jahr warst du dafür verantwortliche, dass die UCC Academy ein SCA Premier Training Campus wurde.

 

Dieses Jahr, hast du die Simonelli YOUTH ACADEMY in die Schweiz gebracht. Bitte erzähle uns nun, um was es bei dieser Ausbildung geht?

Die Simonelli YOUTH ACADEMY ist ein Ausbildungsprogramm, welches zum Ziel hat, junge Kaffeetalente im Alter von 18 bis 30 Jahren zu entdecken und zu fördern. Das Programm wurde für vielversprechende Kaffeeliebhaber entwickelt, die Kaffee geniessen und schätzen und nun noch tiefer in diese faszinierende Kaffeewelt eintauchen möchten.

Das Ausbildungsprogramm basiert dabei auf dem SCA Coffee Skills Program (CSP). Dabei werden die folgenden Module absolviert: Introduction to Coffee, Barista Skills, Brewing, und Sensory Skills.

 

Die YOUTH ACADEMY wurde im letzten Jahr von Simonelli in Italien gegründet. Wie seid Ihr darauf gekommen diese nun auch für die Schweiz durchzuführen?

Ich hatte die grosse Freude während zwei Tagen die YOUTH ACADEMY im Head Office von Simonelli mitverfolgen zu können. Dabei durfte ich die Teilnehmer des ersten Kurses persönlich kennenlernen. Später habe ich einige von ihnen an Messen - wie z.B.  der Sigep in Rimini - wieder angetroffen. Wir haben sogar zusammengearbeitet. Besonders beeindruckt war ich davon, dass eine YOUTH ACADEMY Teilnehmerin sogar an den italienischen Latte Art Meisterschaften teilgenommen hat. Andere wiederum erhalten Angebote aus dem Ausland, um dort als Baristas zu arbeiten.

 

Was ist dein persönliches Ziel der Simonelli YOUTH ACADEMY in der Schweiz? 

Was kann man sich besseres vorstellen, als junge Talente auf ihrem Karrierewegen zu begleiten und ihnen sogar neue Möglichkeiten zu erschliessen. Ich denke die Simonelli YOUTH ACADEMY hat dieses Potential. Es war für mich sehr faszinierend zu sehen, mit wieviel Leidenschaft die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Wissen wie Schwämme aufsogen und sogleich auch erfolgreich umsetzten.

Beim Kaffeeanbau geht man ähnliche Wege. Denn auch hier ist es schwierig die nächste Generation für das Kaffeegeschäft zu begeistern. Auch beim Kaffeeanbau bildet man die kommende, junge Generation an Kaffeeproduzenten aus, damit diese in der nahen Zukunft die Kaffeebranche weiterführen und weiter voranzutreiben.

Gleichzeitig möchte ich mein eigenes Wissen, welches ich mir während den Vorbereitungen auf die World Barista Championship angeeignet habe, weitergeben. Vieles davon kann man eins-zu-eins gewinnbringend in der Praxis umsetzen, um das Kaffeeerlebnis eines Kunden zu verbessern. Dabei bin ich bin davon überzeugt, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und das Kursleiterteam gegenseitig inspirieren und voneinander lernen werden.

 

Auf den UCC-Social Media Kanälen liest man, dass es einen sehr grossen Ansturm an Bewerbungen gegeben hat. Wie wurde das mit den acht Stipendien genau vereinbart?

In der Tat waren wir von der sehr hohen Qualität als auch von der Menge der Bewerbungen überwältigt. Dabei ist es uns - der Jury - schwergefallen, nur acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer auszuwählen. Daher haben wir uns dazu entschlossen, einfach zwei Gruppen zu bilden und dementsprechend zwei Kurse parallel durchzuführen. Somit können wir doppelt so viele junge Talente fördern. Doppelt so viele Talente zu fördern - etwas cooleres gibt es doch nicht.

 

Sind bereits weitere Ausbildungsgänge geplant?

Zuerst möchten wir die beiden Kurse durchführen und dabei schauen, was man in Zukunft noch verbessern kann, damit wir die jungen Talente viel mehr fördern können. Vielleicht werden wir in Zukunft ja auch eine unserer eigenen Kaffeefarmen besuchen und somit hautnah das Leben im Ursprung erleben. Doch ein Schritt nach dem andern. Morgen beginnt der erste Kurs.

 

Gibt es in der Schweiz andere vergleichbare Ausbildungsprogramme?

Ich bin mir nicht sicher, ob es bereits ein vergleichbares Programm in der Schweiz gibt. Doch verfolge ich mit grosser Freude die Entwicklung der verschiedenen Kaffeeakademien und Kaffeeausbildungszentren in der Schweiz. Ich denke, dass wir mittlerweile in der Schweiz eine grosse Anzahl an hervorragenden Kaffeeakademien haben. In den letzten Jahren haben wir sogar zur absoluten Spitze an der Kaffeeweltmeisterschaften aufschliessen können. 2018 war beispielsweise das mit Abstand erfolgreichste Jahr für die Schweiz: Emi Fukahori (1. Platz 2018 World Brewers Cup Championship), Mathieu Theis (3. Platz World Barista Championship), Evelyn Rosa (5. Platz World Cup Tasters Championship) und Panagiotis Megalesis (5. Platz World Coffee Roasting Championship). Dies veranschlaulicht sehr schön die Qualität unserer Ausbildungsstätten in der Schweiz. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön der SCA Schweiz, welche diese Entwicklung mitunter sehr stark vorantreibt.

 

Ist es geplant, dass die UCC COFFEE AG Mitarbeiter, diese Kurse auch besuchen?

Nein, es war nicht geplant. Doch gleichzeitig war es mein persönliches Zeil, dass eine Teilnehmerin bzw. ein Teilnehmer aus unseren eigenen Reihen stammt. Aus meiner Sicht lebt ein Unternehmen von seinen motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, welche mit viel Leidenschaft ihrer Arbeit nachgehen. Kaffee ist ein faszinierendes Produkt und dank unseren leidenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können unsere Kunden magische Kaffeemomente in allen Ecken der Schweiz geniessen. Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wir daher ein separates Ausbildungsprogramm kreiert - das Barista College. In diesem Jahr fand dieses bereits zum dritten Mal statt. Während dem dreitägigen Training wurden elf Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen wie Kundendienst, Produktion, Logistik, Buchhaltung und Verkaufsberatung geschult. Auf dem Programm stand unter anderem der Kaffeeanbau, die Aufbereitungsmethoden im Ursprung, der Röstprozess, die Sensorik, die Zubereitung mit der Espresso-Maschine und natürlich durfte auch das Thema Latte Art nicht fehlen. Auf diese Art und Weise fördern wir auch gleichzeitig unseren Teamgeist, das Zusammengehörigkeitsgefühl und genossen ebenfalls unsere gemeinsame Leidenschaft.

 

Kannst du dir vorstellen, dass man diesen Lehrgang eines Tages als Voraussetzung aufführt für die Kaffeebranche?

Mir persönlich hat das SCA Coffee Skills Program (CSP) bei meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung sehr geholfen. Ich fand die Kurse praxisrelevant und sie vermittelten mir einen guten Einblick in die Kaffeewelt entlang der kompletten Kaffeewertschöpfungskette. Soeben habe ich beispielsweise auch den allerersten SCA Nachhaltigkeitskurs besucht. Nachhaltigkeit ist aus meiner Sicht das wichtigste Thema unserer Branche. Nur dank einer kontinuierlichen Weiterbildung können wir unsere Schweizer Kaffeekultur weiter fördern und vorantreiben.

 

Lieber André, ich bedanke mich ganz herzlich für das Interview. Es hat viel Spass gemacht dich zu befragen! Bis zum nächsten Mal also.
UCC COFFEE AG Team